Liebe Freunde des Wolf-Ferrari Ensembles,

langsam darf das öffentliche Leben wieder in kleinem Rahmen stattfinden. Was für religiöse Veranstaltungen, Sport und Schule gilt, ändert aber nichts an den Beschränkungen für kulturelle Veranstaltungen. So möchten wir auch unsere nächsten beiden Konzerte als Streams anbieten, da sie weiterhin nicht mit Publikum stattfinden können. Wir sind voller Hoffnung, dass das für unsere 75. MoonMelody Ende Juni nicht mehr gilt. Vorerst aber können Sie uns nur über eine Internetverbindung im heimischen Wohnzimmer oder auch unterwegs aber nicht vor Ort beim Musizieren erleben. Für die Mai-MoonMelody haben wir so wieder auf ein bestehendes Programm zurückgegriffen. Es ist voller Kontraste und vereint moderne, teils experimentelle Klaviermusik mit weltberühmten Hits der Pop- und Rockmusik.  

MoonMelody LXXIV

Freitag, 15.5.2020, 21.00 Uhr
Grunewaldkirche

PianoAtmospheres - StringRockPopBallads
Klaviermusik von Cowell, Ligeti, Takemitsu u.A.
Rock und Pop-Balladen arrangiert für 2 Violinen und Violoncello

Niek van Oosterum - Bösendorfer Imperial
Wolfram Thorau, Lili Thorau - Violine
Uwe Hirth-Schmidt - Violoncello
Link zum Livestream
(nur online bis ca. eine Stunde nach Konzertbeginn!)
Programm als PDF

Diese MoonMelody haben wir vor fünf Jahren zusammengestellt und sie lebt von dem starken Gegensatz der sich darin abwechselnden Gattungen aus der U- und E-Musik. Jedem bekannte und teils zu Ikonen gewordene Rock-/Pop-Balladen der letzten 50 Jahre wie Bohemian Rhapsody, Stairway to Heaven und Eternal Flame bilden die populäre Komponente der Nachtmusik. Der besondere Reiz lag für uns darin, diese für unsere kleine Triobesetzung mit zwei Violinen und Cello zu arrangieren und  sie  Link Stream MM LXXIV Neudeutsch ausgedrückt einem mehrfachen Downsizing zu unterziehen. Ist es möglich, diese teils opulenten und extrem effektvoll produzierten Klang- und Emotionsorgien ohne Stimme und Text auf drei klassische Streichinstrumente zu übertragen? Wer unsere Arrangements noch nicht gehört hat, dem können wir versichern, dass die Songs auch in anderem Gewand funktionieren und die artfremden Streichinstrumente unbekannte oder bisher ungehörte Seiten der Kompositionen aufzeigen. Ungehörtes, sogar in eigentlichen Wortsinne, taucht in der zweites Komponente der MoonMelody mit modernen Klavierwerken auf. Ein grandioses Instrument, wie der in der Grunewaldkirche stehende Bösendorfer Imperial Flügel, schreit gerade danach, auf alle erdenklichen Arten und Weisen erkundet zu werden. In den wegweisenden, experimentellen Klavierstücken von Henry Cowell (1897-1965) geschieht die Klangerzeugung nicht über die Hammermechanik des Instruments. In der MoonMelody dürfen so ein Geist (Banshee) und eine Äolsharfe auftreten. Komplexe Klänge und Schichtungen sind in Takemitsus "Rain Tree Sketch" und Ligetis  „Arc-en-ciel“ (Regenbogen) zu hören. Kurtags Mikroludien testen in der Tradition von Beethovens Bagatellen eher strukturelle Konzepte durch extreme formale Reduktion aus und stellen einzelne Töne als Ereignis vor. Höhe- und gleichzeitiger Endpunkt jeglichen Experimentierens mit Klang und Struktur erreicht die älteste Komposition der MoonMelody von Erwin Schulhof (1894-1942), "In Futurum". Vor 100 Jahren, Jahrzehnte bevor John Cage damit berühmt wurde, thematisierte und parodierte er die Abwesenheit von Klang in äußerster Form durch ausschließliche Aneinanderreihung von Pausen (s. Noten links).
Der außerordentliche Spannungsbereich zwischen den beiden Welten intellektueller und populärer Werke, ihre Gegensätze und Überschneidungen im Rahmen dieser besonderen MoonMelody waren für uns eine großartige Erfahrung, die wir mit Freude am Freitag noch einmal wiederholen möchten. Wie immer stellt sich die spannende Frage, ob sich dieser besondere Reiz im Rahmen eines Streams vermitteln lässt! Entscheiden Sie am Freitagabend selbst, sagen sie möglichst vielen weiteren Interessenten Bescheid, der Stream lässt sich weltweit abrufen! Wir freuen uns auf die besonderen Klänge, vertraute Melodien, auf stimmungsvolle Bilder aus der Kirche, auf viele Zuschauer und auch auf Ihre Rückmeldungen!
Auf die Spendenmöglichkeit an unseren Förderverein, der für all die Arbeit der letzten Zeit die finanzielle Basis bereitgestellt hat, müssen wir an dieser Stelle wieder hinweisen. Ohne diese virtuelle Türkollekte könnten die aufwendigen Streams nicht weiterlaufen.
Förderverein des Wolf-Ferrari Ensembles e. V.
IBAN: DE10 1007 0024 0900 1454 00

oder per Paypal
Spende über Paypal

Unser nächster Stream sei auch schon erwähnt. Am Pfingstsonntag, den 31.5.2020, wollen wir zum ersten Mal einen Konzertstream mit Moderation ausprobieren (s. Ankündigung links). Wir werden mit Stephanie Petitlaurent einen bunten Blumenstrauß aus Liedern und romantischer Instrumentalmusik für Violine und Klavier zusammenbinden, der auch gleichzeitig etwas Rückschau auf die vielen gemeinsamen Konzerte mit ihr ist. Näheres dazu in einer gesonderten Einladung nach Himmelfahrt.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen im Namen der Musiker
Wolfram Thorau, Lili Thorau und Niek van Oosterum


Unterstützen Sie unsere Werbung für dieses Konzert und senden Sie die Einladung oder die Links an Freunde und Interessenten weiter. Vielen Dank!

http://wolf-ferrari-ensemble.de/StreamMoonMelodyLXXIV.html
https://www.facebook.com/events/1303633293361012/


Logo MoonMelodies


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Pachelbel Kanon Autograph (Stabi Berlin)
Erwin Schulhoff, In Futurum (1919)

Vorschau Konzerte (unter Vorbehalt)

Pfingstkonzert
Pfingstsonntag  31.5.2020, 19.30 Uhr
als Livestream aud der
Grunewaldkirche
Romantische Reise
Lieder und Instrumentalwerke der Romantik von Schumann, Mendelssohn, Strauss, Beach, Liszt u. A.
Stephanie Petitlaurent, Sopran
Niek van Oosterum, Klavier
Wolfram Thorau, Violine/Moderation



Vorschau MoonMelodies
(Programm unter Vorbehalt):

Freitag 26.6.2020, 21 Uhr, MM LXXV
75. MoonMelody
mit vielen Gästen und Werken aus fünf Jahrhunderten
Stephanie Petitlaurent - Sopran
Francois Petitlaurent - Zink
Wolfram Thorau, Lili Thorau, NN - Violine
Hayaka Komatsu - Viola
Lucas Ebert, Uwe Hirth-Schmidt - Cello
Niek van Oosterum, YooSeon Lee - Klavier
Martin Carl - Orgel